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Das kaiserliche Schlafzimmer war der privateste und intimste Raum des Alexander Palastes. Es konnte nur durch den Pallisander Salon und das angrenzende Malvenboudoir betreten werden.

Als Alexandra diesen Raum zum ersten mal sah, hatte er über zwanzig Jahre lang leer gestanden. Wenn die Bewohner des Palastes in eine der anderen kaiserlichen Residenzen übersiedelten, wurden die Räume verschlossen, Möbel und Gemälde mit großen Leinentüchern verhangen; kleinere Gegenstände verpackte man sorgfältig in Kisten und lagerte sie in speziellen Magazinen. Die Fenster wurden zumeist mit schweren Läden verschalt. Bedienstete waren angewiesen, alle Zimmerfluchten regelmäßig zu reinigen und zu entstauben; die meiste Zeit über verblieben die Schlüssel aber in Verwahrung des Palastmarschalls. Alexandra mag gewusst haben, dass dieses Zimmer, wie auch das angrenzende Malvenboudoir, in Verbindung mit ihrer Familie standen: Als sei es Vorsehung gewesen, hatte Alexandras früh verstorbene Mutter, Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein, 1874 hier der Vermählung ihres Bruders, des Herzogs Alfred von Edinburgh mit der Großfürstin Maria Alexandrowna, der Tochter Alexander II beigewohnt - beide Zimmer waren Teil der Suite gewesen, die das junge Paar während seiner Flitterwochen bewohnte.

Links: Detail des um das Bett drapierten Vorhangs.

Nachdem Alexandra den Raum begutachtet und eingehend mit ihrem Gatten, sowie dem Innenarchitekten und Dekorateur Melzer diskutiert hatte, beschloss man, den originalen Zustand weitestgehend beizubehalten. Sie mochte den großen Raum und es erschien ihr sinnlos, Geld und Zeit für eine komplette Neuausstattung zu verschwenden, da der Großteil des vorhandenen Mobiliars passend und benutzbar war. Somit übernahm man die in den 1870er Jahren von russischen Kunstschreinern gefertigten Stücke, wenngleich sie einen neuen, weißen Anstrich erhielten, um sie heller und freundlicher erscheinen zu lassen. Eine wundervoll gearbeitete Säulenarkade, die den Raum�der Länge nach von der einen bis zur anderen Wand durchzog, wurde ebenfalls aufgehellt, während man die alten Stoffe und das Parkett entfernte.

Für die Wandbespannungen, Möbelbezüge und Vorhänge wählte Alexandra einen hellen, glänzenden Chintz aus. Das Muster zeigte - auf weißem Hintergrund - rosafarbene Bänder, die von grünen, blütendurchsetzten Laubkränzen umgeben waren. Die Eigenart, einen Raum mit nur einer einzigen Stoffsorte auszustatten, war unter den russischen Palästen bereits in Gatschina�erprobt worden. Dass der damit erzielte Effekt im Alexander Palast allerdings wesentlich größer war, verdankte man einzig den Farben und Mustern des verwendeten Materials. Kuchomov, der frühere Direktor des Palastes meinte, der Stoff verleihe dem Raum etwas düsteres, da die Betten -�direkt vor der ikonenbesetzten Rückwand aufgestellt - wie Totenbahren wirkten. Dies war aber ganz sicher nicht die Absicht der Kaiserin gewesen: Ihr erschien das Zimmer als ein weitläufiger englischer Garten, oder ein für eine Hochzeit im Juni aufgeschlagenes Zelt.

Vorhänge wurden vor den beiden großen Fenstern des Raumes plaziert und dazu passende Kombinationen zwischen den Säulen der Arkade drapiert. Schwere Kordeln mit feinen, aufwendig gearbeiteten Quasten wurden benutzt, um die Vorhänge aufzuziehen oder zu schließen. Die Rückwand des Zimmers war mit plissiertem, zart rosa gefärbtem Stoff behangen, der farblich mit den Innenseiten der Arkadenvorhänge korrespondierte.

Das kaiserliche Ehebett bestand aus zwei identischen, vergoldeten Bronzebetten, die eng beiananderstanden und somit den Eindruck eines Doppelbettes erweckten. Die Matratzen waren mit Hirschleder bezogen. Die Bettlaken der Kaiserin waren aus Leinen und Baumwolle gefertigt und trugen ihr handgesticktes Monogramm, sowie ein Schildchen, dass sie als Inventar des Schlafgemachs im Alexander Palast auswies. Während des Tages war das Bett mit feinen Bezügen aus Seide, Spitze und Häkelarbeiten bedeckt; am Abend wurden sie�mit weichen Decken und den Lieblingskissen des Zarenpaares vertauscht.>

Das Bett stand frontal zu den Fenstern und über ihm, an der Rückwand des Zimmers, hingen hunderte von Ikonen und Stücke der religiösen Kunst, die an Schnüren befestigt waren. Zahlreiche dieser Ikonen waren historisch und äußerst kostbar. Im Zentrum hing eine Ikone der Heiligen Mutter Gottes von Feodorowskij - eine alte Kopie jener Ikone, mit der seinerzeit der erste Zar der Romanow Dynastie - Michael - bei seiner Thronbesteigung gesegnet worden war. Andere waren in prächtige, silberne Rahmen eingelassen und mit Emaille und Edelsteinen besetzt; einige stammten aus den Werkstätten berühmter Juweliere, wie Fabergé und der namhaften moskauer Goldschmiede Khlebnikov und Ovchinnikov.

Die meisten der Ikonen waren Geschenke gewesen, die die kaiserliche Familie von wichtigen Klöstern, Kirchen und religiösen Organisationen in ganz Russland und im Ausland erhalten hatte; nicht wenige trugen auf der Rückseite eingraviert den Anlass der Gabe, das Datum und den Namen des Spenders. Als Nikolaus und Alexandra den Palast bewohnten, hingen wesentlich weniger Ikonen an der Wand des Schlafgemachs, als auf diesem Foto zu sehen sind: Während der Sowjet Ära, als der Palast als Museum der �ffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, verbrachten Arbeiter zahlreiche Ikonen aus dem Besitz der Familie, die sich in den Räumen der Kinder befunden hatten, hierher. Die Kinderzimmer waren nicht Teil des Museums, sondern wurden zu Privaträumen umfunktioniert, in denen die Offiziere der Geheimpolizei ihre Mätressen unterhielten. Andere Ikonen stammen aus Palästen, deren kaiserliche Gemächer zerstört worden waren - wie jene des St.Petersburger Winterpalais. 1941 befanden sich mehr als 300 Ikonen an den Wänden des ehemaligen kaiserlichen Schlafzimmers. Ausserdem gab es zwei Ikonenlampen in Form einer Taube, die während der kaiserlichen Zeiten ununterbrochen mit brennendem Rosenöl gefüllt waren. Während er 21 Jahre, die Nikolaus und Alexandra hier lebten, imprägnierte der Duft des Öls den Stoff der�Wandbespannungen. Sie wurden bis zum jenem Tag, an dem die Zarenfamilie ins sibirische Exil ging - am 1. August 1917 - kein einziges mal ausgelöscht. Selbst über zwanzig Jahre später berichteten Palastbesucher von dem noch immer unvermindert starken Duft des Rosenöls.

Rechts neben dem Bett befand sich Alexandras kleiner Hausaltar mit ihrer Bibel und eigenen Ikonen. Auch hier brannte ununterbrochen ein Votivlicht. Die Kaiserin verbracht oft viele Stunden im Gebet für ihren an der Bluterkrankheit (Hämophilie) leidenden Sohn - Zarewitsch Alexej - und für den Schutz ihres Gemahls, der ständig von Attentätern bedroht war. Ihre Kerzen und anderen Utensilien verwahrte sie in den Schüben dieses Altars. Es war auch der Ort, an dem Priester dem Zarenpaar und seinen Kindern die Beichte abnahmen.

Linker Hand befand sich - von Vorhängen verborgen - ein eigens installiertes Wasserklosett aus Holz mit einer Porzellanschüssel und einem Waschbecken. Die Kaiserin bevorzugte allerdings ihr eigens Bade- und Toilettenzimmer, das sich neben dem angrenzenden Ankleideraum befand.

Alexandra litt unter Schlafstörungen und war deshalb einen Großteil der Nacht wach: Sie verzehrte dann oft Früchte und Kekse, die allabendlich auf einem Beistelltischchen bereit standen. Ein Diener weckte das Zarenpaar�jeden Morgen aus dem nebenanliegenden Malvenboudoir, indem er mit einem silbernen Hämmerchen dreimal an die Türe klopfte: Dies war eine während der Regierung Katharinas der Großen eingeführte Tradition, die man bis zur Revolution beibehielt. Nikolaus war in der Regel allerdings schon lange vor diesem Ritual wach und begab sich - in einen Morgenmantel gehüllt - über den Flur zu seinem eigenen Bade- und Anleidezimmer. Seine Gemahlin hingegen stand�erst spät auf und ihre Gesundheit war oftmals so angeschlagen, dass sie nicht weiter als bis zu ihrem Sofa am Fußende des Bettes lief.

Above: A dressing table in Alexandra's bedroom.

Rechts: Die mit Familienportraits behangene linke Wand des kaiserlichen Schlafgemachs.

 

In einer neben dem Fenster stehenden Vitrine verwahrte Alexandra eine Vielzahl ihrer Faberge-Preziosen, darunter auch einige der legendären Ostereier. Darüberhinaus enthielten spezielle Schübe Geschenke, die sie im Laufe der Jahre von ihren Kindern erhalten hatte.

1941 besetzten die Truppen der Nazis und ihre spanischen Verbündeten den Alexander Palast. Während ihres Aufenthaltes machten die Soldaten eine sensationelle Entdeckung: an der Stelle, an der die Säulenarkade an die Wand des Schlafimmers stieß, fanden sie einen geheimen Tresor, der unter der Wandbespannung verborgen war. Während der 25 Jahre, die der Palast ein Museum gewesen war, hatte niemand dieses geheime Versteck entdeckt; das ist sehr beachtlich, denkt man an die zahllosen, peinlich genau durchgeführten Durchsuchungen der privaten Räume nach kaiserlichen Kostbarkeiten - sie alle waren ergebnislos geblieben. Der Palast stand der Öffentlichkeit täglich offen, Tausende waren nur wenige Zentimeter von dem Tresor entfernt gewesen, aber niemand erahnte seine Existenz. Die Deutschen scheinen den genauen Standort allerdings bereits vorher gewusst zu haben. Als die Sowjet Armee den Palast schließlich wieder übernahm, fand man das massive Stahlgehäuse, aber es war leer. Was fanden die Deutschen bei der Öffnung? War dies ein geheimes Arsenal für Romanow Juwelen? Das Rätsel bleibt nach wie vor ungelöst..

Bob Atchison
Dieses wurde in Deutschen von Thomas A. übersetzt, und wir möchten ihm für seine Arbeit sehr viel danken./p>

The German translation is by Thomas A., and we thank him very much for his time and effort.

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